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„Unsere Schulen wirken wie ein Hygienefilter für Kinder und Jugendliche“: Wie realitätsblind ist Gebauer?

„Unsere Schulen wirken wie ein Hygienefilter für Kinder und Jugendliche“: Wie realitätsblind ist Gebauer?

DÜSSELDORF. Während die meisten Bundesländer aufgrund des explodierenden Infektionsgeschehens unter Kindern und Jugendlichen die Maskenpflicht im Unterricht wieder eingeführt haben – und drei sogar die Schulbesuchspflicht aufheben -, bleibt im bevölkerungsreichen NRW Schulministerin Yvonne Gebauer bei ihrem Durchseuchungskurs: Sogar auf Masken wird in den Klassenräumen weiter verzichtet. Die FDP-Politikerin begründet das damit, dass Schulen als „Hygienefilter“ gegen Corona wirken würden. Die Daten des Landesgesundheitszentrums zeigen ein deutlich anderes Bild.

Unter Schülerinnen und Schülern in NRW ist die Zahl der Corona-Infektionen „leicht gestiegen“ – meldet jedenfalls die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf das Schulministerium. In dem Bericht wire ausgeführt: „Eine Abfrage unter rund 5.000 Schulen ergab, dass in der vergangenen Woche eine pandemiebedingt geschlossen werden musste, wie das Schulministerium am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Zum Stichtag 17. November meldeten die Schulen 10 559 bestätigte Corona-Fälle unter den Schülern. Das seien 0,53 Prozent der Schüler – nach 0,39 Prozent eine Woche zuvor. Die Zahl umfasse Infektionen, die in der Schule oder auch außerschulisch festgestellt wurden.“

«Sollten weitere präventive Maßnahmen nötig werden, so wären diese vor allem auf das Verhalten von Erwachsenen zurückzuführen»

Weiter heißt es: „Ebenfalls zum 17. November befanden sich 23.372 Schüler landesweit in einer behördlich angeordneten Quarantäne. Das waren 1,2 Prozent – nach 0,9 Prozent eine Woche zuvor. Der Präsenzunterricht für die rund 2,5 Millionen Schüler sei sichergestellt, bilanzierte Schulministerin Yvonne Gebauer nach der wöchentlichen Abfrage. Schulen tragen der FDP-Politikerin zufolge mit strikten Tests und Hygienemaßnahmen dazu bei, die Verbreitung des Virus zu bremsen. «Sollten über die aktuellen Maßnahmen hinaus an unseren Schulen weitere präventive Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nötig werden, so wären diese vor allem auf das Verhalten von Erwachsenen zurückzuführen.» Eine ausreichende Impfquote unter den Erwachsenen zum Schutz der Gesellschaft sei bisher nicht gelungen.“ Und: „Zum Stichtag 10. November war NRW-weit noch keine Schule geschlossen gewesen.“

„Unsere Schulen wirken wie ein Hygienefilter für Kinder und Jugendliche“: Wie realitätsblind ist Gebauer?

So weit die dpa-Meldung. Der Sprung von 0,39 auf 0,53 bei den von den Schulen angezeigten Infektionen ist immerhin eine Steigerung von 35 Prozent – in nur einer Woche. „Leicht gestiegen“ ist da schon eine gewagte Interpretation der Daten. Zumal Prozentwerte (statt der in der Pandemie sonst üblichen Inzidenzen) das Bild zusätzlich vernebeln.

Die Pressemitteilung des Ministeriums, das dem dpa-Bericht zugrunde liegt, liefert aber noch zusätzliche Spitzen. Wörtlich heißt es darin: „Trotz bundesweit zunehmender Infektionszahlen ist der Präsenzunterricht für die rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sichergestellt.“

Also steigen die Infektionszahlen in NRW gar nicht – sondern nur bundesweit? Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein weiteres Zitat von Gebauer, das die dpa nicht übermittelt: „Durch die strikten Testungen wirken unsere Schulen in der Pandemie wie ein Hygienefilter für Kinder und Jugendliche. Durch die strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen und das engmaschige, strikte Testsystem tragen die Schulen dazu bei, das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen.“

Also alles in Butter an den NRW-Schulen? Liegen die Inzidenzen unter Schülerinnen und Schülern niedriger als im Rest der Bevölkerung, weil ja die Schulen als „Hygienefilter“ wirken?

Tatsächlich ist das Gegenteil richtig: Wie aktuelle Zahlen des Landesgesundheitszentrums ausweisen, steigen die Quoten der Neuansteckungen unter Kindern und Jugendlichen rasant – sie haben sich innerhalb eines Monats (also: seit Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht) verfünffacht. Auf ein bis dato in der Pandemie unerreichtes Rekordniveau: Zehn- bis 14-Jährige weisen danach eine Inzidenz von 524 auf, Fünf- bis Neunjährige von 504. Das Infektionsgeschehen in den Schulen treiben die Ansteckungen offensichtlich im ganzen Land nach oben: Die Gesamt-Inzidenz für NRW stieg am Dienstag auf 249,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Das aber ficht die schwarz-gelbe Landesregierung nicht an. NRW wird nach den Worten von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) weiterhin auf eine Maskenpflicht im Unterricht verzichten, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Der Minister begründete dies mit drei Tests in den Schulen pro Woche. News4teachers / mit Material der dpa