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Der Druck, nach dem Lockdown gut aussehen zu müssen, macht mich verrückt

Der Druck, nach dem Lockdown gut aussehen zu müssen, macht mich verrückt

Früher konnten wir mit Freund:innen bei einem Drink über unsere Unsicherheiten sprechen. Jetzt müssen wir ihnen allein, isoliert in unseren eigenen vier Wänden, ins Auge sehen, was sich nicht unbedingt positiv auf unsere ohnehin schon instabile Gemütslage auswirkt.

”Filler sind schon seit einiger Zeit sehr beliebt bei jüngeren Menschen. Durch den Lockdown hat sich die Kundschaft, die kleine Eingriffe dieser Art durchführen lässt, aber etwas verändert. Ashton Collins, Co-Direktor von Save Face, spricht über den so genannten „Zoom Boom“: „Immer mehr Frauen, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen, zeigen ein Interesse an solchen Behandlungen. Das hat damit zu tun, dass sie jetzt ständig Videogespräche führen müssen, die – lass uns ehrlich sein – keinem von uns schmeicheln.“ Ashton fügt hinzu: „Viele fragen nach Botox, um etwas frischer auszusehen.“

Der Druck, nach dem Lockdown gut aussehen zu müssen, macht mich verrückt

Wir vergleichen uns ständig mit anderen

Neben diesen Eingriffen planen viele von uns bereits Friseur- und Nagelstudiobesuche ein. Obwohl diese Form von Selbstfürsorge Spaß macht und es dir ermöglicht, dich gut zu fühlen und dementsprechend auszusehen, ändert sich damit nichts an der Tatsache, dass uns die unrealistische Erwartung stresst, nach dem Lockdown zu Köpfe verdrehen.WerbungDie 21-jährige Lauren will sich nicht nur ihre Haare und Nägel machen und ihre Wimpern verlängern lassen, sondern zieht auch Lippen-Filler in Erwägung. „Meine Oberlippe ist wirklich dünn. Wenn ich lächle, ist sie kaum sichtbar. Da die meisten Frauen in meinem Alter aufgespritzte Lippen haben, fällt dieser Makel jetzt noch mehr ins Auge. Auf Gruppenbildern gefalle ich mich mir deshalb nie.“ Lauren ist nicht die Einzige, die sich mit ihren Freundinnen vergleicht. Die 28-jährige Georgia* glaubt, dass sich diese Tendenz verstärken wird, sobald der Lockdown aufgehoben wird. „Ich weiß jetzt schon, dass ich auf unzähligen Fotos zu sehen sein werde, sobald wir wieder ausgehen können“, sagt sie. „Der Gruppenzwang, alle Blicke auf uns zu ziehen, wenn alles zu seinem Normalzustand zurückkehrt, macht mir echt zu schaffen. Es fühlt sich so an, als sich ob alle Personen in meinem Umkreis gerade auf diesen Moment vorbereiten würden – egal ob es dabei um kosmetische Behandlungen oder kleinere Eingriffe geht. Seitdem mehr und mehr Leute Impfungen erhalten, kann man sich auf Instagram gar nicht mehr vor Anzeigen, die einen Post-Lockdown-Glow-up versprechen, retten. Vor allem Lippen-Filler werden jetzt mehr denn je beworben. Obwohl ich sie mir im Moment nicht leisten kann, spiele ich mit dem Gedanken, mich einem solchen Eingriff zu unterziehen – vor allem deshalb, weil sich alle anderen auch die Lippen aufspritzen lassen.“Kleine Eingriffe können großartig sein, wenn sie auf sichere Weise durchgeführt werden. Wenn du eine bestimmte Behandlung in Betracht ziehst, zahlt es sich aus, Recherchen darüber anzustellen. Zudem solltest du dich wirklich nur dafür entscheiden, wenn du es auch tatsächlich willst. Lass lieber die Finger davon, wenn du es tun willst, da du dich unter Druck gesetzt fühlst oder das Gefühl hast, dass du etwas ändern solltest. Dr. Wong empfiehlt, das Beratungsgespräch (eine Voraussetzung für eine gute Behandlung) mit Behandelnden zu nutzen, um alle deine Wünsche und Sorgen zu besprechen. „Halte dich nicht zurück und bring alle deine Bedenken zur Sprache“, sagt er. „Egal, wie klein oder seltsam etwas auch klingen mag, Fachärzt:innen haben Erfahrung im Umgang mit diesen Themen. Es gibt also nichts, was Patient:innen sagen könnten, das uns überraschen würde.“ Dein Arzt oder deine Ärztin wird dann in der Lage sein, eine für dich geeignete Behandlung zu empfehlen. Wenn das, was du brauchst, nicht angeboten werden kann, werden anständige Behandelnde deine Anfrage abweisen.Werbung

Von Instagram-Interaktion zurück ins echte Leben

Abgesehen davon, dass wir uns jetzt ständig mit anderen vergleichen, erhöht die Beliebtheit neuer Skin-Tracking-Apps, Beauty-Tutorials auf TikTok und Reels auf Instagram den Druck, nach dem Lockdown attraktiv zu sein. Es wird gezeigt, wie du deine Lippen größer erscheinen lassen oder Körperbehaarung beseitigen kannst. So entdecken wir nur Zusätzlliches, das wir an uns selbst zu kritisieren könnten. Pausenlos mit solchen digitalen Botschaften bombardiert zu werden, wirkt sich nachteilig auf unsere ohnehin schon instabile Beziehung zwischen unserer eigenen Körperwahrnehmung und unserer psychischen Gesundheit aus. Diese wurde aufgrund der Pandemie bereits sowieso schon mehr als genug in Mitleidenschaft gezogen. Früher konnten wir mit Freund:innen bei einem Drink über unsere Unsicherheiten sprechen. Jetzt müssen wir ihnen allein – isoliert in unseren eigenen vier Wänden – ins Auge sehen, was sich nicht unbedingt positiv auf unsere ohnehin schon instabile Gemütslage auswirkt. Viele Frauen haben das vergangene Jahr damit verbracht, die Beziehung zu ihrem Aussehen und ihrem Körper zu stärken, ohne sich dabei von gesellschaftlichem Druck geschlagen zu geben. Mit der Rückkehr zur Normalität und den hohen Erwartungen an uns könnten damit verbundene Unsicherheiten diese positive Entwicklung bremsen oder zum Stillstand bringen.“

Viele Frauen haben das vergangene Jahr damit verbracht, die Beziehung zu ihrem Aussehen und ihrem Körper zu stärken, ohne sich dabei von gesellschaftlichem Druck geschlagen zu geben. Mit der Rückkehr zur Normalität und den hohen Erwartungen an uns könnten damit verbundene Unsicherheiten diese positive Entwicklung bremsen oder zum Stillstand bringen.

”Nalea, 33, fällt der Alterungsprozess ihrer Haut seit der Pandemie viel mehr auf. Sie findet auch, dass das Internet einen wesentlichen Beitrag dazu beigetragen hat. „Ich habe mehr Zeit, um in den sozialen Medien herumzuscrollen. Außerdem nehme ich jetzt wegen all dieser Filter mein Gesicht viel genauer unter die Lupe“, sagt sie. „Ich war eigentlich immer schon zufrieden mit meinem Aussehen. Meine Haut aber bereitet mir Kopfschmerzen.“ Nalea zieht eine Profhilo-Behandlung mit Hyaluronsäure in Erwägung. Zudem hat sie sich auch über andere Prozeduren wie z.B. Microneedling schlaugemacht. „Da sich die Situation langsam zum Besseren wendet, habe ich damit angefangen, über unterschiedliche Optionen nachzudenken“, fügt sie hinzu. Auch Jamieson, 34, versucht dahinterzukommen, warum sie für die Post-Lockdown-Zeit Änderungen an ihrem Äußeren durchführen lassen will. „Meine Selbst- und Körperwahrnehmung hat sich tatsächlich verbessert“, sagt sie. „Ich erstellte einen TikTok-Account. Davor hatte ich mich nie wirklich selbst gefilmt. Als ich mich dann schließlich selbst sah, sind mir meine Stirnfalten zum ersten Mal so richtig ins Auge gestochen.“ Jamieson war bereits bei einem Beratungsgespräch. Sie hat aber noch keine Entscheidung getroffen. Sie sagt: „Ich hoffe, meine Entscheidung beruht darauf, was ich tatsächlich möchte und nicht darauf, dass ich in einer Welt lebe, die jung aussehende Frauen schätzt.“Werbung

Stress wirkt sich auf unsere Haut aus

Abgesehen davon, dass uns Fältchen jetzt stärker auffallen, hat sich der Lockdown und der damit verbundene emotionale Stress auch auf die Gesundheit unserer Haut ausgewirkt. Die Psychodermatologin Dr. Alia Ahmed, die sich auf Haut und psychische Gesundheit spezialisiert hat, hat beobachtet, dass ihre Patient:innen vermehrt unter stressbedingtem Haarausfall (bekannt als Alopecia areata), sowie Akne und Ausschläge im Gesicht leiden. Das kann Personen, denen das Aussehen ihrer Haut sehr wichtig ist, extrem aus dem Gleichgewicht bringen. Immerhin können Hautprobleme einen große Einfluss auf die Psyche haben. Es kann sich ganz schön überwältigend anfühlen, von sozialen Medien ständig mit ästhetischer Perfektion überschwemmt zu werden. Der Druck, Haare und Haut in Topform zu bringen und mit einem klaren, strahlenden Teint aus dem Lockdown hervorzukommen, sollte nicht unterschätzt werden.Unsere Beauty-Redakteurin Jacqueline kann ein Lied davon singen. „Da ich an PCOS (polycystic ovary syndrome, zu Deutsch: polyzystische Ovarial- oder Ovarsyndrom) leide und Angst vor der Rückkehr zur Normalität habe, sieht meine Haut im Moment dementsprechend schlecht aus“, sagt sie. „Ich bin ein wenig beunruhigt darüber, dass ich vielleicht mit Pickelchen ins Büro zurückzukehren muss. Das ist mir deshalb besonders unangenehm, weil ‚Sommer-Glow‘ oder Haut, die ‚ready für den Sommer‘ ist, doch so wichtig in der Schönheitsbranche sind. Wir alle haben bereits so viel um die Ohren, dass sich der Druck, toll oder ‚besser als vorher‘ auszusehen, unerträglich anfühlt – vom Kostenfaktor ganz zu schweigen.“Werbung“

Das unsichtbare „Soll“ – ob es nun vom Gruppenzwang, den sozialen Medien oder dem Bedürfnis, etwas zu verändern, herrührt, wird uns die Freude rauben, wenn wir es zulassen.

”Viele, die an einer bestehenden Hauterkrankung wie Schuppenflechte, Akne oder Ekzemen leiden, können bestimmt bestätigen, dass sich ihre Symptome aufgrund von Stress, der mit der Pandemie zu tun hat, verstärkt haben. Während einige Hautprobleme verschwinden werden, sobald unsere Leben wieder ihren normalen Lauf nehmen, sagt Dr. Ahmed, werden jene, die stressbedingt sind, wohl aber noch lange, nachdem der zusätzliche Stress nachgelassen hat, anhalten. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit negativer Auswirkungen auf die psychische Gesundheit bei Menschen mit Hautkrankheiten höher, fügt sie hinzu. Dr. Ahmed rät dazu, Hausärzt:innen oder Dermatolog:innen zu Rate zu ziehen. Außerdem hält sie es für eine gute Idee, über die Beziehung zu unserer Haut nachzudenken. Es ist unwahrscheinlich, dass die milliardenschwere Schönheitsindustrie damit aufhören wird, uns mit Bildern von makellosen Gesichtern zu bombardieren. Ein positives Umfeld zu schaffen, ist aber ein guter Anfang. Vielleicht ist die Zeit gekommen, Promis mit perfekter Haut einfach nicht mehr zu folgen und dir selbst eine dringend benötigte Pause zu gönnen.

Alles hat sich verändert, auch unser Aussehen