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Schluss mit perfekt! | Oberösterreicherin

Schluss mit perfekt! | Oberösterreicherin

Jetzt mache ich endlich etwas nur für mich! Diesen Vorsatz fasst vermutlich jede Mama irgendwann einmal, um ihn dann im Chaos des Familienalltags doch wieder über Bord zu werfen. Zwischen Terminstress, Haushalt, Job und den Bedürfnissen aller anderen Familienmitglieder kommen die eigenen meist zu kurz. Das Ergebnis: Mama ist dauermüde, ihre Gedanken hängen ständig in der „Müsste-hätte-könnte-sollte-Schleife“ fest und das Einzige, was sie wirklich möchte, ist, einfach mal Ruhe zu haben und exakt nichts machen zu müssen.

Dass sich Mütter immer öfter völlig ausgelaugt und überfordert fühlen, liegt vor allem an der Mehrfachbelastung, der sie täglich ausgesetzt sind. Sie fühlen sich dafür verantwortlich, dass der Familienalltag läuft. Einer Studie des deutschen „rheingold institut“ zufolge sehen sich neun von zehn Frauen als „Managerin der Familie“. Jede zweite Befragte übernimmt zudem Haushaltstätigkeiten lieber selbst, als sie an den Partner zu delegieren, und jede Dritte sieht in ihrem Partner überhaupt ein weiteres Kind. Das alles macht einer Frau das Leben nicht leichter.

Unrealistische Erwartungshaltungen und Ansprüche. Dazu kommen unrealistische Erwartungshaltungen gegenüber Müttern sowie hohe Ansprüche – besonders auch von den Mamas an sich selbst. Ständig versuchen sie, perfekt zu sein. Schließlich sieht man ja auf Instagram & Co., wie es geht …

Die deutsche Autorin und Dreifach-Mama Nathalie Klüver kann diese Mär von der immer glücklichen Mutter schon lange nicht mehr hören. Denn ja, natürlich sind Kinder ein Geschenk, doch tatsächlich dürfen auch negative Gefühle zu einem Leben als Mama gehören. „Es ist völlig normal, auch mal müde, genervt und unglücklich zu sein“, schreibt sie in ihrem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“. „Das Leben mit Kindern ist oft ganz schön anstrengend – und keiner bereitet einen darauf vor. Leider werden diese negativen Gefühle als Mama auch oft als nicht normal dargestellt. Vielen Müttern ist vor der Geburt ihres ersten Kindes nicht klar, dass auch diese Gefühle auf sie zukommen werden. Sie berichten, dass sie vollkommen ahnungslos und mit absolut falschen Vorstellungen an das Elternleben herangegangen sind.“

Frauen fühlen sich als Versagerinnen. Erfüllen sie mal nicht die Erwartungen, die die Gesellschaft, Medien, die eigenen Eltern oder andere Mütter an sie haben, fühlen sich Frauen gleich als Versagerinnen. Sie fressen ihre Sorgen und Gedanken sehr oft lieber in sich hinein, anstatt sie mit anderen zu teilen. Sie beißen so lange die Zähne zusammen, bis es einfach nicht mehr geht. Und welche Mutter kennt dieses Gefühl nicht, wenn sie schon wegen einer Kleinigkeit die Beherrschung verliert, schreit und weint?

Darum ist es besonders wichtig, dass sich Frauen gut um sich selbst kümmern. Denn nur so sind sie für den Familienalltag und dessen tägliche Herausforderungen gewappnet. Für Autorin Nathalie Klüver ist eine Zauberformel, um mehr Zeit für sich selbst zu haben, Nein sagen zu lernen. Sowohl im Job als auch im privaten Bereich. Frauen neigen nämlich dazu, aus dem Streben nach Harmonie heraus sich zu viele Dinge aufzuhalsen und immer erst die Bedürfnisse aller anderen zu erfüllen.

Schluss mit perfekt! | Oberösterreicherin

Mehrfachbelastung unterschätzt. Manuela Irene Koller ist Lebens- und Sozialberaterin in Feldkirchen und weiß, wie schwierig dieser Spagat im Leben einer Frau sein kann. „Für alles, was man liebt, setzt man sich meist besonders ein. Das ist auch gut so, denn es gewährleistet, dass unsere Kinder umsorgt und in liebevoller Umgebung aufwachsen können“, sagt sie. „Viele Mütter leben diesen ,Urinstinkt‘ sehr hingebungsvoll und mit hohen Ansprüchen an sich selbst. Allerdings wird der Tatsache, dass es hier oft zu einer Mehrfachbelastung durch Kindererziehung, Beruf und Haushalt kommt, meist zu wenig Beachtung geschenkt.“

Kommen dann noch außergewöhnliche Belastungen wie Homeschooling, soziale Isoliertheit und wichtige gesundheitliche Entscheidungen für sich und die Kinder durch die Pandemie dazu, kann das permanenten Stress verursachen. Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, kann es sein, dass man bis zur völligen Erschöpfung rackert und geradewegs in ein Burn-out schlittert (siehe auch Interview S. 19).

Zeitinseln für sich selbst schaffen.Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es wichtig, sich selbst und seine Bedürfnisse nicht mehr hintanzustellen, sondern immer wieder Zeitinseln zu schaffen, um diese zu befriedigen. Dreifach-Mama Nathalie Klüver hat in ihrem Buch unzählige Tipps für mehr Me-Time gesammelt, die manchmal banal erscheinen und doch so guttun. Oder haben Sie schon mal daran gedacht, einmal in der Woche kurz nach den Kindern ins Bett zu gehen, um eine Extraportion Schlaf zu bekommen, oder einfach mal für ein paar Minuten in die Ferne zu schauen, dabei tief ein- und auszuatmen und das Gedankenkarussell bewusst zu stoppen?

Zudem sollten sich Mamas noch einen wesentlichen Punkt bewusst machen: Es fällt ihnen kein Stein aus der Krone, wenn sie um Unterstützung bitten bzw. angebotene Hilfe annehmen und nicht gleich reflexartig ablehnen. „Man muss nicht immer alles alleine schaffen“, betont auch Nathalie Klüver in ihrem Buch. „Im Gegenteil: Man darf und sollte Hilfe annehmen und sie auch einfordern. Die Männer müssen ihre Frauen entlasten und auch die Kinder können bei gewissen Haushaltstätigkeiten helfen. Mamas sind nicht die Dienstboten ihrer Kinder!“

Schluss mit Perfektionismus. Die Autorin empfiehlt Mamas übrigens folgenden Grundsatz: Schluss mit Perfektionismus! Man muss nicht perfekt sein, gut genug reicht auch! Denn wer immer 100 Prozent geben und alles zu 100 Prozent erledigen möchte, wird schnell feststellen, dass die Mühe erstens nicht gewürdigt wird und zweitens, dass es 80 Prozent Ergebnis auch getan hätten. Außerdem lohnt es sich, seine Prioritäten zu überdenken und neu zu setzen. Eine regelmäßige „Bestandsaufnahme“ hilft, wirklich Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

Und stellen Sie sich eine Frage, die Ihnen bei dieser Unterscheidung helfen kann: Wollen Sie mit 80 auf Ihr Leben zurückblicken und sich dafür loben, das Haus immer in Schuss gehalten zu haben? Oder wollen Sie auf ein Leben voller Lachen und lustiger Momente zurückschauen?