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Wegen Spannungen: US-Botschafter Sullivan verlässt Moskau vorübergehend

Wegen Spannungen: US-Botschafter Sullivan verlässt Moskau vorübergehend

Nachdem die USA bereits in der letzten Woche zehn russische Diplomaten ausgewiesen hatten, verlässt jetzt der US-Diplomat Sullivan Moskau. Doch in wenigen Wochen will er sich mit Putin treffen.

Inmitten massiver Spannungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten verlässt US-Botschafter John Sullivan Moskau vorübergehend. "Botschafter Sullivan kehrt zu Konsultationen in die USA zurück", teilte die US-Botschaft mit.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Sullivan in der vergangenen Woche die Heimreise nahegelegt, nachdem die USA zehn russische Diplomaten ausgewiesen und Sanktionen gegen Moskau verhängt hatten. Die Strafmaßnahmen ergingen wegen Vorwürfen, Russland habe sich in die US-Wahl im vergangenen Jahr eingemischt.

Biden hält Putin für einen "Killer"

Zuvor hatte Russland bereits am 17. März seinen Botschafter Anatoli Antonow aus Washington zu Konsultationen in die Heimat zurückgerufen. Dazu kam es, nachdem US-Präsident Joe Biden in einem Interview mit dem Sender ABC News die Frage bejaht hatte, ob er seinen russischen Kollegen Wladimir Putin für einen "Killer" halte. Auf die jüngsten US-Sanktionen hatte Russland ebenfalls mit Strafmaßnahmen reagiert und im Gegenzug auch zehn US-Diplomaten ausgewiesen.

"Ich glaube, es ist wichtig für mich, direkt mit meinen neuen Kollegen in der Biden-Regierung in Washington über den gegenwärtigen Zustand in den bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zu sprechen", teilte Sullivan mit. Er habe auch seine Familie seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen. "Das ist ein weiterer wichtiger Grund für mich, für einen Besuch nach Hause zurückzukehren."

Mögliches Treffen mit Putin in wenigen Wochen

Er wolle in einigen Wochen wieder nach Moskau zurückkommen – vor einem möglichen Gipfeltreffen Bidens mit Putin, sagte der Diplomat. Der Kremlchef hat bisher nicht zugesagt, lässt aber die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit seinem US-Kollegen in einem europäischen Land in diesem Sommer prüfen. Mehrere EU-Länder haben sich dafür bereits als Gastgeber angeboten.

Die USA hatten in der vergangenen Woche wegen mutmaßlicher russischer Einmischungen in die US-Präsidentschaftswahl im November sowie eines Cyberangriffs zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt und die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten aus den USA verkündet. Russland kündigte daraufhin seinerseits die Ausweisung von zehn US-Diplomaten an.

Neue US-Regierung verschärft Kurs gegen Russland

Die historische Rivalität zwischen den USA und Russland hatte sich zuletzt verschärft. Biden hat einen härteren Kurs gegenüber Moskau angekündigt, nachdem seinem Vorgänger Donald Trump eine zu große Nachgiebigkeit mit Russlands Präsident Wladimir Putin vorgeworfen worden war.

Die Beziehungen werden durch die wachsenden Spannungen im Ukraine-Konflikt sowie den Umgang Russlands mit dem inhaftierten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny belastet. Inzwischen schlug Biden allerdings ein Gipfeltreffen mit Putin in einem Drittstaat vor.