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Sommer, Sonne, Kultur am Ufer: Worauf sich Musik-, Kino- und Theaterfreunde bei dem Festival in Friedrichshafen freuen können

Sommer, Sonne, Kultur am Ufer: Worauf sich Musik-, Kino- und Theaterfreunde bei dem Festival in Friedrichshafen freuen können

Friedrichshafen

Am Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen entsteht auch in diesem Sommer eine Open-Air-Bühne für „Kultur am Ufer“. Vom 1. bis 15. August gibt es dort Musik, Kino, Tanz, Kabarett und Kindertheater zu erleben. Im Garten des Schulmuseums sind außerdem Kinder und Jugendliche zu Spielen, Workshops und Kunst eingeladen.Bei der ersten Auflage von „Kultur am Ufer“ standen im Sommer 2020 unter anderem Peter Pux und Band auf der Open-Air-Bühne am Graf-Zeppelin-Haus. (Archivbild)| Bild: Lena ReinervonCorinna Raupach

Es geht gleich dreifach los am 1. August: Schon am Vormittag suchen die Schweine Josephine und Parcival nach dem „oberkuhlen Leben“ zwischen Bauernhof und Wildnis. Am Nachmittag landet der schnöselige Ferdinand auf der Müllkippe – das Theater Buchfink gibt zwei Vorstellungen für Kinder. Abends heißt es mit den Alpin Drums: „Der Berg groovt“ – und zwar mit Melkschemeln, Milchkannen und Klappstuhl. Zwar muss das Kulturufer auch in diesem Jahr ausfallen, dafür bietet das kleinere Format Kultur am Ufer jede Menge Musik, Kino, Tanz, Kabarett und Kindertheater – und meistens Open Air.

„Wir haben uns sehr vielseitig aufgestellt. Wir haben etwas im Programm für unsere Abonnementen, wir haben vom Kulturufer bekannte Namen dabei und wir haben einiges Neues gewagt. Vor allem wollen wir auch ein junges Publikum ansprechen“, sagt Kulturbüroleiterin Sarah Baltes. Die beteiligten Künstler kommen durchweg aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um dem besonderen Charakter der Dreiländerregion Ausdruck zu verleihen.

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Sie freue sich besonders, dass es gelungen sei, die Band „Provinz“ für das Festival zu gewinnen. „Die Musiker kommen aus dem Raum Ravensburg-Friedrichshafen und hatten vor einigen Jahren ihren ersten Auftritt beim Kulturufer, damals noch auf dem Sound-Sofa“, sagt sie. Seitdem wurden sie mit ihrem Indie-Pop als „Bester Newcomer Act“ bei der 1Live Krone ausgezeichnet und landeten mit ihrem Debutalbum „Wir bauten uns Amerika“ auf Platz vier der deutschen Charts. Am 5. August gehört ihnen die große Bühne am Graf-Zeppelin-Haus.

Sarah Baltes, Leiterin des Kulturbüros

An den Wochenenden dürfen sogar zwei Ensembles hintereinander auf die Bühne: Am 6. August folgt auf den nachdenklichen Singer-Songwriter Enno Bunger die energiegeladene Indiefolk-Band „The Gardener & The Tree“ aus der Schweiz. Der Samstag danach gehört dem Klezmer: Als Band Vagabund zaubern acht junge Musiker mit Streichern, Akkordeon und Klarinette vielfältige Klangfarben. Unter dem Titel KlezFiesta bringen Klarinettist Helmut Eisel und seine Formation JEM insbesondere die spanische Klezmertradition zum Klingen.

Für das dritte Doppelkonzert am 14. August hat sich das Kulturbüro mit dem Jugendzentrum Molke zusammengetan: Shartank aus Österreich mischt Pop, HipHop und Indie-Rap und war mit der Single „Washed Up“ wochenlang Nummer eins bei Radio FM4. Den Kontrast dazu liefert „Oehl“, das Romantic-Pop-Duo aus Ariel Oehl und Hjörtur Hjörleifson, mit leichten Rhythmen und gehaltvollen Texten.

Sommer, Sonne, Kultur am Ufer: Worauf sich Musik-, Kino- und Theaterfreunde bei dem Festival in Friedrichshafen freuen können

Außerdem stehen das deutsche Gesangsduo Steiner & Madleina, das Stochelo Rosenberg Trio mit Gypsy Jazz, die Frauenpowerband „My Ugly Clementine“, das Dogma Chamber Orchestra unter Leitung von Mikhail Gurewitsch und ein furioses Concerto humoroso mit Gogol & Mäx auf dem Programm. Die Freiburger Theater Compagnie betrachtet in der Komödie „Hamlet stirbt … und geht danach Spaghetti essen“ das Bermuda-Dreieck zwischen Hinterbühne, Theaterkantine und Saalausgang.

Als alte Bekannte kommen die Mitglieder des NN Theaters Köln mit „Exit Casablanca“, der Kabarettist Andreas Rebers mit unbequemen Wahrheiten und quergedachten Weisheiten und die DaCrue Dance Company, die aus Breakdance, Hip-Hop, House-Dance, Jazzrock und zeitgenössischem Tanz ihre Choreografie „People“ formt.

Für Kinder spielt nicht nur das Theater Buchfink auf, sondern auch das Theater Töfte mit Märchen von früher für heute und das Figurentheater Sven Mathiasen mit Kommissar Gordons erstem Fall. An die Stelle der Aktionswiese tritt in diesem Sommer ein kleineres Angebot im Garten des Schulmuseums. Dort gestalten Spielehaus und Spielebus, Wissenswerkstatt, Medienhaus, Schulmuseum und Kulturbüro ein buntes Programm zum Spielen, Basteln, Werken und Freiraum-Kunst.

Mehr Plätze und eine größere Bühne als im Sommer 2020

Die Bühne wird in diesem Sommer etwas größer als bei der Ausgabe von „Kultur am Ufer“ im vergangenen Jahr und sie wird mit dem Rücken zum Graf-Zeppelin-Haus stehen. „Wir können so mehr Plätze anbieten, da wir das Gelände bis zum See nutzen dürfen“, sagt Sarah Baltes. Auch dem Schallschutz wird auf diese Weise Genüge getan.

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Wieder zwischen Freitreppe und Pavillon findet das Open-Air Kino von Studio 17 statt. „Wir haben ein sehr buntes, vielfältiges Programm zusammenstellen können. Wir zeigen sehr unterschiedliche Filme, die sich gut für die große Leinwand eignen“, sagt Organisatorin Anika Bollinger. Im Westerndrama „Neues aus der Welt“ begegnen sich Tom Hanks und Helena Zengel. Isabelle Huppert wandelt sich in der Krimikomödie „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ von einer Gerichtsdolmetscherin zur Drogendealerin. „Ich bin dein Mensch“, behauptet der humanoide Roboter Tom und verwirrt damit Maren Eggert. Der preisgekrönte Film „Minari – wo wir Wurzeln schlagen“ erzählt die Geschichte einer südkoreanischen Familie, die im ländlichen Kansas einen Neuanfang wagt. „Morgen gehört uns“ dokumentiert das Engagement von Kindern in aller Welt für andere Kinder, für ihre Überzeugungen und für eine bessere Welt.

„Wir brennen darauf, wieder Kultur veranstalten zu dürfen und freuen uns riesig darauf. Uns haben vor allem die Begegnungen gefehlt“, sagt Sarah Baltes. Die werden bei „Kultur am Ufer“ möglich, immer unter der Voraussetzung, dass das Wetter und die Inzidenzwerte mitspielen.